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Entdecken Sie die Lust auf Neues

Entdecken Sie die Lust auf Neues

Neugier  –  Leben ist Neues (kennen)lernen. Neues zu lernen ist lebendig sein

Sind Sie zeitlebens neugierig geblieben oder erinnern Sie an die Zeiten Ihres Lebens, als Neugier einfach dazu gehörte?

Neugierig sein zu dürfen auf das, was die Welt so alles zu bieten hat. Sich wie die Raupe Nimmersatt in einem unbändigen Wissenshunger fühlen, alles erkunden und ausprobieren wollen. Über die bunte Vielfalt des Lebens sich selber mehr und mehr kennenlernen, seinen Alltag lebendig gestalten und ihn dadurch stets bereichern. Leben ist Neues (kennen)lernen. Neues zu lernen ist lebendig sein. Bekommen wir etwa für dieses Neugier-Verhalten bei der Geburt eine „Verwendungsdauer“ mit auf den Weg oder wie kann es sein, dass mit fortschreitendem Alter Sätze wie: „Dafür bin ich zu alt“, „Was soll das noch für mich bringen“ oder auch „Sei nicht (mehr) so neugierig“ gesellschaftlich wertend unterwegs sind. Ein STOPP-Schild für mich – aber wofür brauche ich das?

Von Anfang an auf Entdeckertour

Der Säugling erkundet in seinen ersten Lebensmonaten zunächst systematisch seinen eigenen Körper, bevor er sich mit seinen ihm noch nicht vertrauten motorischen Fähigkeiten im Kleinkindalter auf Entdeckertour begibt. Zur Freude der Eltern wird jetzt im gesamten Umfeld neugierig experimentiert was das Zeug hält – im wahrsten Sinne. Apropos Sinne – Schmecken, Anfassen, Riechen, Beobachten und Hören sind in dieser Phase wichtige Voraussetzungen für seine Informationsgewinnung. Mit Beginn des Sprechens erweitert sich das Repertoire des Kindes, denn nun ist es ihm möglich, seine breitgefächerte Neugier zusätzlich im Frage/Antwort-Modus auszuleben und Wissen zu erwerben. Abgespeicherte Erfahrungsschätze aus bis dahin noch unbekannten Situationen, Reizen, Sachverhalten oder Begebenheiten, die anregend auf weitere Lernprozesse wirken – die Dynamik nimmt ihren Lauf.

Spielerisch-angstfreie Dynamik

In spielerischer angstfreier Atmosphäre bedient das heranwachsende Kind seine Neugier auf sein Leben. Je älter es wird, desto größer wird sein Spektrum der anregend wirkenden Lebenssituationen und es probiert sich mutig aus, um immer mehr Flexibilität im Umgang mit dem Unbekannten zu erlangen, sozusagen „Problemlöser“ seiner Herausforderungen zu werden. Manchmal muss es auch heißen: „Danke Fehler, nur so darf ich dazulernen und weiter geht’s“. Es alleine gemeistert  zu haben, mit eigener Idee und mehr oder weniger Anstrengung, erzeugt stets die Prise Motivation als wichtigster Inhaltsstoff der Neugier – oder auch anders herum – ohne Antreiber (Motivation) keine Neugier. Tief in jedem von uns gibt es sie, diese treibenden Kräfte der Evolution zwecks Weiterentwicklung und Wachstum im Sinne seiner Existenz, vom Anfang bis zum Ende(!) eines Lebens.

Seien Sie die/der neugierige Schüler, Lehrling, Berufstätige, Rentner oder auch Geschwister, Freund, Elternteil, Lebenspartner usw., und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Unbekanntes, das auf Sie anregend wirkt, Emotionen in Ihnen auslöst und Ihr Interesse weckt, statt sich der Bewertung des wahrgenommenen Verlangens in Ihnen zu zuwenden. Vielleicht laden Sie dabei nicht nur sich selber zu interessanten neuen Erfahrungen ein, sondern inspirieren auch andere. Dieses Jahr steht noch ganz am Anfang…haben Sie Lust auf etwas Neues?

Wagen Sie es, werden und bleiben Sie lebendig.

Grübelst Du noch oder „ruminierst“ Du schon?

Grübelst Du noch oder „ruminierst“ Du schon?

Sinnerleben  Entscheidungen brauchen Zeit und Tiefgang – achtsamer Prozess führt zu sinnvollem Handeln.

Was ist eigentlich Grübeln? Ist es etwas, das zu uns gehört oder ist es etwas, das zu einem Symptom reduziert ist? Muss dahinter eine Diagnose stehen?
Fragen über Fragen, zunächst die vorweggenommene Antwort: Beides kann sein.

Nachdenken mit Tiefgang.

Das althochdeutsche Wort Grübeln bezeichnet ein gedankliches „Graben“ in die Tiefe. Ein Nachdenken mit Tiefgang. Ein innerer Vorgang, intensives Denken auf (s)ein Thema bezogen, um zu einer Lösung zu gelangen. Objektiv gesehen ein absolut gesundes selbstreflektierendes Verhalten. Doch was ist daraus gesellschaftlich und wissenschaftlich gemacht? Grübeln ist eher zu einem bewertetem Subjekt geworden, einem „Feind“, den es zu stoppen oder eliminieren heißt. Vielfach wird uns über die Medien suggeriert, dass es sich besser ohne Grübeln leben ließe. Aber, die Medaille hat bekanntlich immer zwei Seiten.

Wir befinden uns in einem Wandel der Zeit, in einem Umbruch der Werte und Normen. Vieles hat sich verändert und verändert sich meist schnell weiter. Allgegenwärtige Themen von Altersarmut über Klimawandel bis Zeitverträge fließen auf uns ein. Viel Eingabe, die es zu sortieren und verarbeiten gilt – und das Ganze bitte möglichst schnell! Sicherlich ist Ihnen die Redewendung: „Alles braucht seine Zeit“ bekannt. Wenn auch die Veränderung, der Umbruch innerhalb dieser Zeitqualität mit wenig von dieser auskommt, so ist doch der Mensch von der Natur als Individuum ausgestattet.

Jeder braucht seine Zeit.

Mit anderen Worten:  JEDER braucht seine Zeit! Zeit zum In-sich-zurückziehen, Zeit, um dem Alltäglichen in Ruhe nachzusinnen. In einem achtsamen und aufmerksamen Denken sein zu können, dem Eigenen Aufmerksamkeit schenken, um in die Stimmigkeit mit sich selber zu gelangen. Selbstredend an dieser Stelle ist, je mehr äußere Einflüsse jedweder Art, desto notwendiger resultiert daraus die eigene Einkehr. Das Bedürfnis wird vielleicht noch mal eben so wahrgenommen, doch dann kommt auch gleich das Nächste und weiter geht’s…

Was bedeutet Rumination?

Schauen wir an dieser Stelle kurz auf die andere Seite der Medaille, auf der die Diagnose Rumination steht, die viel häufiger in der Gastroenterologie als in der Psychopathologie zu finden ist. Ein internationaler Fachbegriff, der aus dem Lateinischen abgleitet das „Wiederkäuen“ beschreibt. Täglich die alten Gedanken wiederkäuen und ohne einen Zielbezug in ein unproduktives Denken zu kommen.

Ein schmaler Grat zwischen Gedankenkarussell und Grübeln.

Vom Nachdenken in sinnvoll fokussiertes Handeln.

Zurück zur Natur. Der Mensch hat eine begrenzte Aufnahmekapazität. Alles was wir über unsere Sinne aufnehmen hat Grenzen, die sowohl mental als auch emotional überschritten werden können. Jeder benötigt seine Zeit und seinen Raum zum Sich-leben-können. Auch mit seinen Gedanken sein zu können. Leise in sich gehen, sich vom Lauten da draußen abwenden um anschließend zielgerichtet ins sinnvoll fokussierte Handeln zu gelangen. Wie soll ich wissen, welche zu treffende Entscheidung gut für mich ist, wenn ich nicht vorher darüber gegrübelt habe? Mal mehr und mal weniger, je nach Anspruch dessen. Jeden Tag müssen wir viele Entscheidungen treffen, im Privaten wie im Beruflichen. Entscheidungen, die manchmal auch weitreichendere Konsequenzen haben und um sie treffen zu können, als Beispiel Klarheit und Mut erfordern. Oder herangetragene Anliegen von nahestehenden Menschen, die neben den Eigenen zusätzlich von Bedeutung sind. Was auch immer es ist… wo oder wie kann ich meine Antwort finden, wenn nicht durch Tiefgang?

Vom Zeithaben und achtsamen Zuwenden.

Oberflächlich ist modern geworden. Zeithaben ist selten geworden. Aufmerksam sein ist fremd geworden. Statt sich in krankmachenden und schnell beantworteten Diagnose-Fragen zu verlieren, ist es manchmal ausreichend, sich dem Eigenen aufmerksam zuzuwenden. Welche Fragen der Zeit auch immer Ihre sind über die Sie intensiv nachdenken um zu einer Lösung zu gelangen, tun Sie es! Und sollte die eine oder andere Antwort oder die Lösung Ihres Anliegens (noch) ausbleiben, gibt es Möglichkeiten diese z. B. über ein Sinn-Coaching, eine psychologische Beratung oder eine psychotherapeutische Begleitung, finden zu können.

Scheitern als Chance für Veränderung

Vorstellungen überprüfen und gemeinsam eine neue Perspektive finden.
Das Empfinden einer Niederlage – scheitern. Kennen Sie das Gefühl versagt zu haben?
Dahinter steht vielfach: „Ich bin nicht gut genug“. Ein kurzer Satz, doch ein Gedanke der
es in sich hat. Die Kunst des Scheiterns und das daraus resultierende Potential lässt sich
in Begleitung lernen.

Schauen wir zunächst auf die Bedeutung und Verwendung des Wortes „scheitern“: Es kommt aus dem 16. Jh. wo es in der Bedeutung des Schiffbruchs benutzt wurde. Ursprünglich steht es für „in Stücke brechen“. Auch das in Stücke zerteilte Holz, der Begriff Holzscheit lässt sich daraus ableiten. Doch was hat das alles mir zu tun?

Scheitern meint das Ziel, nicht die Person.
In der Politik, in der Wissenschaft oder auch in der Wirtschaft wird die Vokabel umgangssprachlich benutzt, wenn ein gewünschtes Ziel nicht erreicht ist. Von gescheiterten Kanzlerkandidaturen, missglückten Experimenten oder erfolglosen Verhandlungen wird gesprochen. Ein Jurist erklärt die Ehe für gescheitert, wenn er das Scheidungsurteil fällt. Das Paar geht auseinander und damit ist der (Ehe)Vertrag (!) gescheitert. Oder, die Bewerbungen von A, B und C auf eine Arbeitsstelle konnten nicht berücksichtigt werden, da das Unternehmen nur durch Bewerber D seinen eigenen Erfolg für möglich hält. Das Ziel des Unternehmers geht mit der Qualifikation des Bewerbers konform, die drei anderen scheiden für ihn somit aus.

In allen genannten Beispielen geht es um die Sache und nicht um die Person selbst. Es geht um die Zielvorstellung oder Zielvorgabe in der Sache. Zeigen sich die Umstände, die Begebenheiten oder was auch immer dafür nicht dienlich, wird das Ziel somit aller Voraussicht nach nicht von Erfolg gekrönt sein und man wird sich trennen oder scheiden.

Wie sieht es hingegen bei der Einzelperson aus? Nehmen wir mal den Sportler, der sich die Goldmedaille auf die Fahne geschrieben hat und noch nicht einmal aufs „Treppchen“ durfte. Das Spiel von Sieg und Niederlage. Ist er oder sie (in Person) nicht gut genug gewesen? Wie ist es bei der Tochter, die unbedingt den Betrieb der Mutter aufrecht erhalten will und zunehmend rote Zahlen erwirtschaftet? Oder der älteste Sohn, der es nicht schafft, seinen Vater beim Hausbau handwerklich zu unterstützen, stattdessen mehr Schaden als alles andere anrichtet? Die Aufzählung ließe sich weit fortsetzen … Ist das Mädchen, der Junge, die Frau, der Mann gescheitert? Ganz sicher nicht in ihrer/seiner Persönlichkeit sondern in ihrem/seinem Vorhaben, bei dem es um ihre/seine Leistung geht. Immer wieder zu scheitern bzw. sich so zu fühlen kann auch der Anfang sein, sich nach dem Sinn seines Lebens zu fragen. Was zeigt mir mein Misserfolg? Woran bin ich gescheitert?

Begleitung auf dem Weg zur Veränderung,
„Schiffbruch“ zu erleiden bedeutet eine Chance. „Schäden“ können eine Einladung zur Veränderung sein. Aus den einzelnen Teilen wieder ein Ganzes zu machen, nur diesmal anders. Die eigene Vorgabe, die eigene Vorstellung zu überprüfen, sie vielleicht sogar aufzulösen, um dann nur die sinngebenden Teile zusammenzufügen. Von seinem „Umtauschrecht“ Gebrauch machen und neugierig zu sein auf das, was das Leben mit einem vor hat. Psychologische Beratungen oder auch die Psychotherapie bieten hierfür eine gute Unterstützung, sich auf einen anderen Weg zu machen – denn der Weg ist bekanntlich das Ziel.

So wird die Zeit wieder wahrhaftig still

Besinnung auf die wichtigen Werte und das eigene Wohlbefinden

Alle Jahre wieder …
hat sie ihren Platz im Kalender – die gemeinsame Zeit um Weihnachten mit den Liebsten. Viele Menschen steuern nach einem Aufbäumen der Hektik mit Vollgas auf das „Fest der Liebe“ zu. Besinnlichkeit steht hoch im Kurs. Schenken und beschenkt werden.

Voller Erwartungen wird für die Feiertage geplant, hergerichtet und eingekauft, denn schließlich sollen und wollen sich doch alle wohlfühlen. In den Häusern findet sich die stärkende Farbe Rot – sie symbolisiert die Stimmung von Wärme und Liebe. Manche freuen sich das ganze Jahr auf das Wiedersehen von Familienmitgliedern und andere einfach nur auf die Stille der Zeit. Doch ist es wirklich still? Oder gibt es nur die Vorstellung davon? Können wir mal eben für ein  paar Tage einen Ein- und Ausschalter in uns betätigen? Im Alltag rennen, dann die zigtausend Gedanken abstellen und eine Vollbremsung vom Feinsten hinlegen?

Erinnern wir uns doch einmal gemeinsam…
Da war der Zauber der Lichter, der heimeligen Atmosphäre, den Gerüchen im Haus von den verschiedenen Leckereien und den Zeremonien, die jede Familie für sich entschieden hatte. Ganz leise durfte man sich etwas wünschen und dem bunten Geschehen rund ums Haus zuschauen. Mit Freude und Neugier dabei sein, ja, als Kind zuhause sein – so wie es früher einmal war.

Aber wie ist es heute? 
Muss alles passend gemacht werden oder passt es, so wie es ist? Jedes neue Jahr stellt sich im Verlauf mit seinem Thema vor. Geliebte Menschen kommen und gehen. Das Domizil ändert seine Adresse. Träume versus Realität. Manchmal geschehen Dinge im Leben, die weit entfernt von einem zu sein scheinen. Da kommen vielleicht Gedanken wie: „Warum musste das in meinem Leben passieren, so hab ich mir das nicht vorgestellt.“

Veränderungen, die nicht immer auf den ersten Blick als Chancen zu erkennen sind. Neue Familienkonstellationen, die sich als Herausforderung darstellen. Der berufliche Hürdenlauf, von Findung bis Verwirklichung. Was auch immer das präsente eigene Thema ist, begleitet wird es oft von einem lachenden und einem weinenden Auge seines Betrachters.

Über die Veränderungen erfahren wir Vergänglichkeit. Vielleicht verbunden mit einem Schmerz, der sehr wehtun kann, sich nicht messen lässt. Empfindungen, die fern ab von Wohlbehagen liegen. Mit unseren Emotionen zeigen und erinnern wir uns, 365 Tage im Jahr und dann ist es wieder Weihnachten. Da war doch was … können wir „es“ dann einfach wieder aus der Schatulle nehmen, so wie die eingelagerten Christbaumku-
geln vom Dachboden?

Mal ist es laut, mal leise
Zeit als Synonym für Vergänglichkeit lässt sich weder wiederholen noch festhalten, jedoch erinnern. Je nach Alter haben wir alle mehr oder weniger Lebensabschnitte in der
Bandbreite von ruhigem Fahrwasser bis starken Turbulenzen kennengelernt. Jede
noch so wertvolle Begegnung, jeder schöne Moment, jedes berührende Ereignis oder schmerzhafte Verlust, alles hinterlässt Spuren in der Seele eines Menschen. Jahr für Jahr
zählen weitere dazu, der eigene Lebensweg (er)füllt sich immer mehr. Mal ist es laut, mal ist es leise um einen.

Anhalten und Innehalten
Doch was ist, wenn das „Laute“ überwiegt? Wenn die Gedanken kreisen, sich die Dinge des Lebens vor das Wesentliche drängen. Nicht nur, dass wir vergessen, worauf es eigentlich ankommt, sondern auch, dass wir uns selber verrennen. Da wird die natürliche Fähigkeit der Widerstandskraft (Resilienz) manchmal gewaltig auf die Probe gestellt bis hin dazu, sie weit über die eigene Grenze herauszufordern.

Ist dieser schmale Grat erreicht, ist es nicht angebracht, dagegen zu halten, sondern anzuhalten. Schauen, was hat mein Leben mit mir vor? Wie ist es gemeint? Leise sein und
in sich hinein horchen. Was brauche ich? Was tut mir jetzt gut? Vielleicht das zu erinnern, was Sie als Kind doch so sehr berührt hat. Stets „nach im Verlauf mit seinem Thema vor. Geliebte Menschen kommen und gehen. Das Domizil ändert seine Adresse. Träume versus Realität. Manchmal geschehen Dinge im Leben, die weit entfernt von einem zu sein scheinen. Da kommen vielleicht Gedanken wie: „Warum musste das in meinem Leben passieren, so hab ich
mir das nicht vorgestellt.“

Sie werden auf all Ihre Fragen Antworten bekommen, denn sie sind schon da. An jedem Tag des Jahres! Schenken Sie jeder Zeit Ihres Lebens einen Platz in Ihrem Herzen und lassen Sie sie zu Ihrem Fest der Liebe werden, wie es früher war. Da war so wenig – so viel mehr.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen wundervolle Dezemberträume …

Was tun, wenn Eltern nur noch streiten?

Kindlicher Schmerz prägt Handlungsvermögen – Beratung verändert Blickwinkel

„Eigentlich habe ich eine gute Kindheit … oder soll ich lieber sagen, ich bekomme regelmäßige Mahlzeiten, zwischendurch auch Süßes so viel ich will, habe ein eigenes Zimmer und einen Spielplatz im Garten, darf nach der Schule meine Freizeit alleine gestalten, bekomme zum Geburtstag und Weihnachten alle Geschenke meiner Wunschliste, sogar mein Wunsch-Haustier, lerne fast jedes Jahr in den Sommerferien einen Teil der Welt kennen und brauche auch sonst nur zu sagen, was ich an Klamotten oder anderen Dingen gerne hätte. Sofort wird daraufhin für mich eingekauft oder erledigt. Auch mein Taschengeld ist großzügig und ich muss selten sparen. Es wird gemacht und getan, ich solle mich schließlich nicht beklagen…! Doch trotz allem geht es mir nicht wirklich gut, denn meine Eltern streiten immer. Sie schreien sich mit schlimmen Worten an, knallen die Türen oder Sachen durch die Gegend oder schlagen sich sogar. Das tut mir so weh. Ich habe Angst um Mama, ich habe Angst um Papa. Wie kann ich Mama helfen? Wie kann ich Papa helfen? Was soll ich bloß tun damit sie sich vertragen? Was habe ich falsch gemacht? Ich bin so traurig, aber das sage ich lieber nicht, sonst geht es Mama und Papa vielleicht noch schlechter. Sie haben doch schon genug Sorgen und Kummer, wohl auch wegen mir, jedenfalls höre ich oft meinen Namen wenn sie streiten. Ich schaff das schon irgendwie alleine. Ich mach mich einfach unsichtbar, dann falle ich Mama und Papa nicht auch noch zur Last. Und ich erzähle es niemandem, sonst komme ich vielleicht ins Heim. Ich muss stark sein, so tun als wenn nichts ist. Mama und Papa machen ja auch einfach weiter, so als wenn nichts war. Manchmal mache ich die Musik in meinem Zimmer ganz laut an, dann höre ich die bösen Beschimpfungen der beiden nicht mehr. Ich versuche mich abzulenken, mich zu beschäftigen – aber – meistens sitze ich nur da und weine. Ganz leise. Niemand soll es hören, keiner soll es wissen. Ich schäme mich. Ich habe Angst. Bestimmt bin ich Schuld an allem. Vielleicht hört es ja irgendwann auf … ich wünsche es mir so sehr. Mehr als alles andere.“

Erlebnisse, die zu seelischen Verletzungen des Kindes führen können. Erinnerungen und Bilder, die zeitlebens begleiten können.

Kinder gehen in Trance wenn Eltern streiten.
Eltern lieben ihr Kind, Kinder lieben ihre Eltern. Und doch sind solche oder ähnlich belastende, über Jahre stattfindende Szenarien, keine Seltenheit. Ohne es zu wissen, ohne Absicht der Eltern noch der Kinder passieren Situationen, die nachhaltige Folgen haben können. Getreu dem Wortlaut: „die Zelle vergisst nichts“, welches doch eher auf körperlicher Ebene einzusortieren ist, gilt es ebenso für die Psyche. So manches Erlebtes wird  „in den Keller“ verbannt, aus psychologischer Sicht im Unbewussten abgespeichert.

Zu dritt und doch alleine
Jedes Kind lebt aus und mit seiner sozialen Interaktion, in seinem individuellem Empfinden und Verarbeiten seiner Erlebnisse. So kommt es vor, dass innerhalb einer Familie mit mehreren Kindern und somit gleichen Lebensumständen, unterschiedliche Thematiken während des Heranwachsens entstehen. Mangelndes Selbstwertgefühl, latente Aggressionen, Unsicherheit, Angstzustände oder andere psychische Störungen können nachhaltig folgen. Fehlt von Seiten des Elternhauses Sicherheit ist Vertrauen in Frage gestellt. Für den Moment des Erlebens, wenn es Mama oder Papa schlecht geht, fühlt jedes Kind durch Liebe und Verbundenheit zu seinen Eltern, mit ihnen. Ob es sich im Einzelfall um ein einmaliges Geschehen oder um eine dauerhafte familiäre Krisensituation handelt, ist ebenfalls ursächlich relevant. Ist das Kind mit seinem seelischen Schmerz auf sich alleine gestellt, benutzt es je nach seiner persönlichen Widerstandsfähigkeit unbewusst eigene innere Mechanismen, die ein Bewältigen seines Schmerzes möglich machen. Diese werden als Mittel zum Zweck zu Wegweisern seines Lebens. Die Bandbreite der folgenden Symptomatik ist groß und bringt Fragen wie: „Warum gerate ich immer wieder in diese oder jene Lebensumstände?“ oder „Was ist mit mir los, eigentlich muss es mir doch gut gehen?“ mit sich. Jahre der eingeschränkten Lebensfreude, Zeiten der Suche und des Zweifelns, vage lässt sich erahnen, dass es bei Streitereien und Energieräuberei weder einen Sieger noch Verlierer gibt. In Wahrheit gibt es immer nur drei Sieger oder drei Verlierer: Mama, Papa und! Kind.

Denken Sie doch bitte jetzt einmal an das Läuten einer Kirchenglocke – können Sie sie hören? Welche Emotionen nehmen Sie bei sich wahr? Geht es Ihrem Sitznachbarn ebenso? Sicherlich stellen Sie Unterschiedlichkeiten fest und darüber hinaus, dass es kein richtig oder falsch, sondern nur dieses „anders“ gibt. Eines aber haben alle: Erinnerungen. Jede Mutter, jeder Vater, jede Tochter, jeder Sohn – jeder hat (s)eine aus der sie/er heute denkt, fühlt und handelt. Und wer sie mit jemandem teilt ist nicht mehr alleine. Sei es das Elternpaar, das sich ihrem mitfühlenden Kind liebevoll zuwendet und es dadurch (be)schützt oder seien es die Elternteile, die sich in zielführende beratende Gespräche begeben. Zwar können wir nichts aus unserem Leben löschen, jedoch im offenen Umgang mit dem Erlebten den Blickwinkel darauf verändern. Akzeptieren wir die Wahrheit und erkennen an was ist, können neue Möglichkeiten entstehen.

Die Zeit des Aufblühens zu purer Lebensfreude

Jeder braucht Energiequellen im Innen und Außen um das eigene Naturell entfalten zu können.

Das Leben steckt voller bunter Überraschungen.
Jedes Frühjahr lädt uns die Natur mit ihren wundervollen Geschenken ein. Sobald die Sonne wärmend erscheint, trauen sich die ersten Knospen ans Licht. Je wärmer es wird, desto mehr „krabbeln“ aus ihrem dunklen Versteck, denn nun brauchen sie ihren zarten Kern nicht mehr vor der zerstörenden Kälte zu schützen. Die Blumen, die empfindlicher sind, lassen sich Zeit und erblühen später als ihre widerstandsfähigeren Nachbarn. Im Laufe der Zeit entsteht eine idyllische Wildnis über die Ansiedlung der Artenvielfalt. Bunt gemischt, jede in ihrer Farbe und Form, anders als die anderen. An ihrem eigenen Platz trägt jede zum Entstehen und Sein eines wunderschönen Gartens bei, der vielen Lebewesen eine Freude bereitet.

Schauen wir zu uns: Es gibt viele Synonyme für den Begriff Lebensfreude, sie haben immer etwas zu tun mit „Licht“, „Lust“ und „Sinn“. Auch bei uns Menschen scheint der Frühling eine besondere Zeit des „Aufblühens“ zu sein. Nach langer dunkler Winterzeit, so mancher (Ver)stimmung, treibt es viele nach Draußen. Sonne, Sauerstoff, Licht und Wärme sind jetzt pure Energiequellen. Ausgehungert nehmen wir die Natur mit jeder Zelle unseres Körpers auf und werden genährt. Wir schlüpfen aus den dicken Klamotten, lüften und putzen unsere Wohnung und räumen auf. Das Resultat ist bei vielen ein Gefühl von Leichtigkeit und gute Laune auf die hellere Jahreszeit. Doch dies nur am Rande als Symbolik. Der Bedeutung nach entsprechen Leben und Freude, sich in seiner Existenz in einem positiven Gefühl zu bewegen, seinem tatsächlichen Wesenskern treu zu sein. Leben ist das Heranwachsen zu seiner natürlichen Größe. Entwicklung und Wachstum sind nur möglich, wenn Nahrung vorhanden ist. Und Teile dieser Nahrung sind Licht und Sauerstoff aber auch Sinn. Alles was leicht fällt macht Freude, es erscheint sinnvoll. Oder anders, wenn wir in einem guten Gefühl sind, fällt uns das was wir tun, leicht. Wir sind mit dem, was zu uns passt im Einklang und haben oder bekommen daraus Energie.

Und wenn die Freude verloren gegangen ist?
Die Natur gibt einer Sonnenblume alle Informationen ihrer Gestalt mit auf den Weg. Würde sie eine Tulpe sein wollen, könnte sie dann aufrecht in ihrer Größe stehen und in ihrem satten Gelb leuchten?

Was trage ich in mir? Wer bin ich? Welche Bedürfnisse habe ich? Was ist der Sinn meines Lebens?

Von Kindheit an bekommen wir Antworten auf diese Fragen, doch oftmals hören wir sie mehr von anderen anstatt von uns selber. Viele Menschen sowie Medien & Co. scheinen genau zu wissen was gut oder richtig für den Einzelnen ist, doch wer kann es besser wissen als SIE selber? Sicherlich kennt jeder Aussagen wie: „Du bist nicht normal“ oder „Du brauchst XY und nicht Z“ oder „Du solltest Dich schämen“ oder „Das kannst Du doch nicht machen“. Schämen? Wofür soll ich mich schämen? Für den der ich bin? Für das, was ich empfinde? Der Säugling weiß was er braucht und schämt sich nicht, er ist „einfach normal“.  Aus Scham oder Angst lassen wir uns leicht einer Rolle zuweisen, kommen auf einen Lebensweg, dem wir nicht entsprechen. Es entwickelt sich daraus eher die bedingte Vorstellung einer Person, als ihrer bedingungslosen Wirklichkeit. Selbstverständlich gibt es neben Erziehungsleitlinien auch kulturelle und gesellschaftliche Normen, die zu beachten und an dieser Stelle nicht zu verwechseln, sondern eher als Bestandteil oder Gerüst sozialer Ordnung zu verstehen sind.

Anders sein zu können und dazu gehören. Die Natur macht es uns vor. So wie die Sonnenblume ihren Platz im Bauerngarten einnimmt und damit ein gewünschter Teil des Ganzen ist, so hat auch jeder Mensch seinen Platz im System. Ist die eigene Überprüfung dessen abhanden gekommen, beginnt ein unbewusstes Vermeidungsverhalten. In seiner Scham oder Unsicherheit gerät das heranwachsende Kind in einen Gewissenskonflikt und läuft sozusagen nur mit den anderen mit, weil es dazu gehören möchte. Es erfährt, die Bestimmung seines Lebens in Frage zu stellen und entfernt sich dadurch zunächst unmerkbar von seinem Selbstwertempfinden sowie der Schönheit seines Naturells. Statt sich aus seiner Mitte heraus zu entfalten, sich kraftvoll in seiner Lebendigkeit zu spüren und aufzublühen, schaut es sich schüchtern und befangen um. Wen wundert es da, dass sich vielleicht dieses „Kind“ in der Mitte seines Lebens auf die Suche nach verloren gegangener Freude macht, weil es sich aus seiner Existenz heraus danach sehnt. Und diese empfundene Sehnsucht macht deutlich, dass sein Naturell ins Licht kommen möchte.

Langsam und in kleinen Schritten können psychologische Beratungen eine begleitende Maßnahme im Wachstum sein. Die Gestalttherapie bietet, neben anderen Formen der Psychotherapie, gute Ansätze um den Patienten dort abzuholen, wo er in seinem Leben angekommen ist. In aktuellen Situationen steht ihm der Therapeut als Begleiter zur Seite, bietet Unterstützung sowie Förderung im Kontakt zum Selbst als auch zur Umwelt. Lebendiger und spontaner im Hier und Jetzt, den eigenen Kern wertzuschätzen und mit ihm in Harmonie zu sein.

In der Individualität steckt in uns allen etwas ganz Besonderes, eine kostbare Blüte, einzigartig und wunderschön. Geben wir uns Raum zum Entfalten und Licht zum Blühen schenkt uns das Leben einen bunten Strauß Freude.

Kerstin Kleber