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Warum bin ich traurig

Warum bin ich traurig? …weil ich heute traurig bin.

Mitten im „Bilderbuch-Sommer“ voller Licht, gibt es sie auch – die Traurigkeit. Und während ich beginne diesen Artikel zu schreiben, erscheint nach einem heftigen Gewitter ein wunderschöner kräftiger Regenbogen am Himmel. Die Sonne kommt in ihrer ganzen Kraft zurück. „Warum bin ich traurig?“

Claudia S., eine 46jährige sympathische Frau.  Attraktiv, sportliche Figur, die sie über ihre modische Kleidung unterstreicht, gepflegte Haut und Haare, ein zartes Gesicht. Sie schaut mich mit ihren großen dunkelbraunen Augen an. Mit ihrer Körpersprache, hochgezogene Augenbrauen und Schultern, bringt sie zwar ihr Nicht-Verstehen zum Ausdruck, jedoch ist ihre Gemütsverfassung nicht lesbar. Ihr Rot geschminkter Mund öffnet sich und mit einer klaren Stimme stellt sie mir ihre Frage, die sie sich selber schon öfter in ihrem Leben gestellt hat, doch bisher darauf keine Antwort fand: „Warum bin ich traurig?“

Als Pädagogin sei sie in der glücklichen Lage, immer in den großen Ferien gemeinsam mit ihrer Familie einen längeren Urlaub zu machen. Eines von mehreren familiären Ritualen, auf das alle Wertlegen und es einhalten. Es sei für sie und ihren Ehemann, der als Beamter im Öffentlichen Dienst tätig ist, wie ein zweites Weihnachtsfest im Jahr, wenn sie mit ihren beiden studierenden Kindern Zeit genießen können. Ob Ausflüge, Einkaufen und Kochen, gute Gespräche beim Essen oder Motorradfahren. Tochter und Sohn teilen sich während des Studiums die geräumige Einliegerwohnung im Elternhaus. Finanziell gehe es ihnen gut. Das eigene Haus ist bezahlt, neben den laufenden Kosten können Anschaffungen und Freizeitaktivitäten bedient werden. Die Altersversorgung stehe auf stabilen Säulen. Eigentlich, so räumt Claudia S. ein, gebe es keinerlei Grund, doch wieder taucht mit einem großen Aber ihre Frage auf: „Warum bin ich traurig? Es kann doch nicht sein. Was ist denn mit mir los?“

Warum ist Claudia S. traurig? Schauen wir genauer hin …

Per se ist Traurigkeit keine Diagnose sondern ein Gemütszustand, hierzu später mehr.

Ich bitte Frau S., mir ihre Traurigkeit zu beschreiben. Wie tief (intensiv) ist sie? Empfindet sie in ihrer Traurigkeit Verzweiflung oder Ausweglosigkeit? Hat ihr Leben für sie noch einen Sinn? Wenn ja, welchen? Gibt es für sie eine Perspektive? In ihren Antworten liegt ganz sicher eines – Zukunft.  Als ich anfange mit Claudia S. über ihre Leidenschaft für klassische Musik zu sprechen nehme ich Sentimentalität wahr. Neben verschiedenen Konzerten, die sie demnächst besuchen möchte, verrät sie mir schwärmerisch, dass sie sich ein Saxophon kaufen möchte, hätte allerdings noch nicht das Richtige gefunden. Wir sprechen über ihre Träume.  Ein Thema, welches oftmals beim Frühstück angesprochen wird, denn Claudia träumt recht intensiv und da fragt ihr Mann schon mal nach, wenn er seine Frau aus ihrem tiefen Schlaf wecken muss. Der Langschläfer der Familie ist ganz sicher sie. Zu Beginn ihrer Partnerschaft war es ähnlich wie heute. Ihr Mann begrüßte sie am Morgen mit frischem Kaffeeduft. In der Zeit seit der Geburt ihres ersten Kindes bis zum Eintritt ihrer Wechseljahre im vergangenen Winter hatten ihre Hormone jeweils zu einer Veränderung (Umstellung) ihres Schlaf-Wach-Rhythmus beigetragen. Frau S. beschreibt diese, für sie eher als positiv empfundene Veränderung ihres Schlafbedürfnisses, mit einer gewissen Leichtigkeit in der Sache, die sie nie thematisiert hat. Überhaupt sei sie eher diejenige, die mit ihrem Optimismus Antrieb in den Alltag hineinbringe. Ideen oder Kreativität sind definitiv bei ihr zu finden. Im Verlauf unseres Gespräches wird ihre Stimme weicher und ruhiger. Auch in ihrer wiederholt eingefügten Frage: „… aber – warum bin ich traurig?“.

In dem soweit beschriebenen Fallbeispiel von Claudia S. bekommen wir einen Einblick in ein harmonisches und sinnerfülltes Leben. In der Beschreibung ihrer Kindheit liegen Geborgenheit, Nähe und Liebe mit Abstand vorn. Es gibt in ihrer Vita weder tiefe seelische Verletzungen, traumatische Erlebnisse, noch körperliche Schädigungen. Keine genetischen (erbliche) Auffälligkeiten, keine neurologischen bzw. andere hirnorganischen Ursachen. Ihre Symptomatik passt nicht in das depressive Erscheinungsbild, in Folge dessen fern ab vom Typus Melancholiker. Ich suche weiter und stelle fest, dass auch Medikamente, Stimulanzien oder Drogen, die durchaus auch als sogenannte unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) für das Empfinden von Traurigkeit verantwortlich sein könnten, in unserem Fallbeispiel nicht vorkommen. Wie bereits kurz erwähnt, ist

Traurigkeit per se keine Diagnose sondern ein Gemütszustand.

Allenfalls könnte sich die Traurigkeit jedoch als Wegweiser zeigen, der zu einer Diagnose führt, da es in der Symptomatik neben anderen zu dieser zählt. Beispielsweise könnte dieses eine extrem nachhaltige, langanhaltende Traurigkeit sein, ursächlich psychisch oder organisch begründet, dann pathologisch ist und einer therapeutischen Maßnahme bedarf. An dieser Stelle gehe ich nicht näher auf die pathologische Form ein, sondern wende mich wieder dem Fall, wie in unserem abgeklärten Beispiel, eines Gesunden zu. Denn, hier geht es nicht um kranksein, sondern um ein subjektives Empfinden, es fühlt sich in der Beschreibung als „gekränkt“ an, dass in seiner Dauer und Intensität variieren kann. Jeder Einzelne hat eigene Erlebnisse, Erkenntnisse, Werte oder Themen auf ihrem/seinem bisherigen Lebensweg gesammelt und abgespeichert, die individuell zu ihrer/seiner Persönlichkeit und zum ganz eigenen Lebenssinn gehören. Was macht mich aus? Was treibt mich an? Wann empfinde ich Freude? Was stimmt mich traurig? Usw. Nun fließen ständig Außenreize auf uns ein und wie durch einen Filter, aktivieren einige davon in uns ein bestimmtes Gefühl und darüber eine Stimmung, die anderen ziehen spurlos vorbei, (be)wirken nicht. Bei Kindern kann man oft beobachten, wie lebensfroh und positiv sie zunächst an Situationen oder Begegnungen herangehen. Sie „wollen“ (nicht über den Verstand sondern aus sich selber heraus kommend) fröhlich und natürlich sein, zeigen sich meist laut in Lachen oder Tränen. Doch – welche Erinnerung bringen sie jeweils damit in Verbindung? Wie wurde in ihrer eigenen Familie mit Traurigkeit umgegangen? Traurigkeit kann z. B. Aufmerksamkeit oder auch Ablehnung schaffen. Oder Traurigkeit kann als etwas Negatives, etwas, was nicht sein soll, abtrainiert worden sein. Ich spreche hier von einer eher hergestellten (nicht authentischen) Lebensfreude. Welches Modell auch immer vorgelebt und dadurch weitergegeben ist, der Weg führt so manches Mal aus den verschiedensten Gründen dahin, dass Traurigkeit „weggelächelt“ ist/wird. ABER – sie ist da! Sie gehört auch(!) zu einem. Die intelligente Natur hat Dualität vorgesehen. Was bedeutet das? Denken wir an Tag und Nacht, an alles, was zum Zwecke der Regulierung Gegensätzlichkeit benötigt. Wir alle brauchen Spannung aber auch Entspannung. Wir sind wach und müde. Laut und leise. Wir haben in diesem trockenen und heißen Sommer hautnah und deutlich zu spüren bekommen, wie notwendig der Regen ist. Alles Leben ist Dualität, Dualität ist Leben.

Haben Sie sich schon einmal gefragt: „Warum bin ich glücklich?“

oder machen Sie sich Sorgen, wenn es Ihnen gut geht? Ich könnte Sie auch anders fragen: „Was tun Sie?“ Suchen Sie z. B. im Internet nach einer Diagnose wenn Sie Freude empfinden? Nun sind Sie seit drei Tagen in einer guten Stimmung, schmunzeln und genießen Ihre Zeit. Lassen Sie diesen Gemütszustand raus, sichtbar werden oder versuchen Sie dagegen an zu gehen? Schließlich stellen Sie dann auch noch fest, dass Sie in diesem Monat schon eine weitere Phase dieses Gemütszustands hatten. „Darf“ es Ihnen in kurzen Abständen so gehen? Schon wieder fröhlich…oh je, …?“.  Wie sieht es bei Ihnen auf der anderen Seite aus? Wann haben Sie sich das letzte Mal Ihrer Traurigkeit oder Ihrem Seelenschmerz wirklich zugewandt und vielleicht mal zwei Tage im Stück geweint um sich anschließend wie entladen und befreit zu fühlen? In unserer heutigen Zeit gehören Begriffe wie Druck und Stress zum täglichen Vokabular. Alle reden drüber, beschweren sich über… und machen weiter. Selbstredend gibt es nicht immer die sofortige Lösung des Anliegens, doch es gibt definitiv ein eigenes Empfinden in Situationen/Lebensphasen, -umstellung und das heißt es anzunehmen. Gefühle sind existent und gehören dazu. Je nachdem, ob ich mich gut oder nicht gut fühle, resultiert meine Stimmung. Oft kommen Einflüsse von außen, die, neben den gravierenden sozialen Veränderungen und Werte in der heutigen Zeit da sind. Doch es macht manchmal in der Summe dessen mehr mit uns, als wir vermeintlich beachten. Passen meine Werte noch mit den gelebten überein? Empfinde ich Erfüllung und bin glücklich oder empfinde ich eine nicht erfüllte Sehnsucht und bin traurig? Stelle ich mir Fragen wie z. B.: „Was habe ich mal gelernt/studiert und was tue ich heute?“ oder „Wie definiere ich heute mein Familienleben?“ oder „Wen oder was vermisse ich?“

Traurigkeit kennt kein Alter.

  • Ein Kind hat vielleicht sein geliebtes Kuscheltier verloren und ist sehr traurig darüber,
  • Ein Jugendlicher wird gemobbt oder hat seinen ersten Liebeskummer,
  • Ein Erwachsener lebt in einem unerfüllten Kinderwunsch,
  • Die kleine Schwester muss früher ins Bett als der Bruder,
  • Der Azubi kann nicht übernommen werden,
  • Der Fußballprofi erfährt eine Niederlage im Endspiel.

Die Aufzählung ließe sich weit fortführen.

Kommen wir wieder zurück zu Claudia S. mit ihrer Frage:

„Warum bin ich traurig?“

Bei Frau S. taucht diese Frage immer mal wieder in Abständen ihres Lebens auf. Sicherlich gibt es je nach Lebensumstände bzw. –phasen Antworten der unterschiedlichsten Ursachen. Mal ist es die Sinn-Suche, mal das Vermissen oder der Abschied/Trennung, oder es ist vielleicht auch mal nicht mehr oder weniger als einfach nur traurig zu sein. In unserem Fallbeispiel konnten wir gut erkennen, dass es „eigentlich“ keinen Grund zur Traurigkeit gibt, doch Claudia S. ist es manchmal. Vergessen bzw. unterschlagen wir an dieser Stelle bitte nicht, dass Claudia S. auch an vielen Wochen gut drauf ist, sie diese Zeiten doch nicht in Frage stellt sondern einfach nur lebt. Die Feststellung und Akzeptanz all dessen ist oft leichter, als gleich auf die Suche nach einer Diagnose zu gehen. Es gibt nicht immer eine Diagnose dahinter – aber – es gibt IMMER einen SINN! Lassen Sie jeden Teil von sich zu, lassen Sie jeden Teil von sich zu Wort kommen, wenn es wieder einmal heißt: „Warum bin ich traurig? Weil ich heute traurig bin.“ Nicht mehr und nicht weniger, einfach nur traurig und morgen bin ich wieder fröhlich, im Sinne des Liedermachers Herman van Veen mit seinem Stück: Alfred Jodokus Kwak – „Warum bin ich so fröhlich – ich war auch schon mal traurig…“

Ich wünsche Ihnen liebe Leserin und Leser eine wunderbare Zeit der Lebensfreude & Lebendigkeit mit allen Sinnen,

herzlichst Ihre Kerstin Kleber, die sich auch manchmal die Frage stellt: „Warum bin ich traurig?“

Wie das eigene Erleben die Selbstheilungskräfte beeinflusst

Wie das eigene Erleben die Selbstheilungskräfte beeinflusst

BALANCE Intuition, Ressourcen und Wissen versorgen eigenen Ratgeber zur Stressbewältigung
Bereits vor über 2000 Jahren war bekannt, dass die natürliche Heilkraft, die in jedem von uns  liegt, die wirksamste Medizin aller Zeiten ist. Dies gilt für die körperliche wie für die seelische Ebene.

Wer sich eine körperliche Verletzung zugezogen hat, kann darauf vertrauen, dass die Wunde mehr oder weniger von alleine heilen wird. Unser Körper ist über die Funktion der Selbstheilungskräfte von Natur aus in der Lage, sich mit dem zu bedienen und zu versorgen, was für seine Genesung nötig ist. So steht uns gewissermaßen der kompetente innere Facharzt als auch die körpereigene gut sortierte Apotheke rund um die Uhr kostenlos zur Verfügung. Unerwünschte Nebenwirkungen ausgeschlossen!

Wie lassen wir uns stressen?
Gleiches gilt auf seelischer Ebene. Der Schlüssel; um dort unsere natürlichen Ressourcen nutzen zu können, liegt in unserer Lebensweise. Leben wir in uns selbst in Harmonie, ist das innere (psychische) Gleichgewicht gegeben. Dieses ist jedoch sehr sensibel und reagiert dementsprechend, so dass es schnell aus seinem Gleichgewicht geraten kann. Der Faktor Stress kann im wahrsten Sinne zu einem nicht zu unterschätzenden, schwergewichtigen Feind dessen werden. Ob es sich dabei um ein situatives Erleben, eine kurz- bis mittelfristige Belastungssituation oder auch um eine länger- bis dauerhafte Lebensweise handelt, ist individuell anzuschauen. Wie viel Energie benötigt wird, um den Ausgleich wieder herzustellen, ist ebenso unterschiedlich. Stress kann jeder nur für sich selber definieren, denn Stress ist nicht gleich Stress. Aber: Stress macht Stress!

Energielevel für inneres Gleichgewicht
Die Messlatte dafür liegt in der eigenen Wahrnehmung dessen. Sowohl innen als auch außen. Wie erlebe ich die Situation? Wie denke ich darüber? Welche Gefühle habe ich durch meine Gedanken? Bin ich (noch) in Harmonie mit mir? Je weiter man sich von seinem Wohl-Fühl-(Er)Leben entfernt, umso wahrscheinlicher wird eine Störung des inneren Gleichgewichtes. Unter dieser erhöhten Anforderung fällt es, in diesem Fall auf psychischer Ebene, schwerer. Die abverlangte Leistung verbraucht Energie. Intensität und Dauer sind entscheidende Parameter im Energieverbrauch, durch die die Möglichkeiten, sich selber zu regenerieren, bestimmt sind.

Unterstützung für den eigenen Ratgeber
Im ganzheitlichen Sinne ist zusammenfassend festzustellen, dass wir zunächst selber unser bester Ratgeber als auch Versorger sind. Ausgestattet mit Ressourcen, den Kräften der Natur, einem gesunden Wissen und Intuition verfügen wir auf körperlicher und seelischer Ebene über den inneren Facharzt und Apotheker. Sollten Sie darüber hinaus Unterstützung benötigen, stehen Ihnen beratende und therapeutische Wege offen.

Entdecken Sie die Lust auf Neues

Entdecken Sie die Lust auf Neues

Neugier  –  Leben ist Neues (kennen)lernen. Neues zu lernen ist lebendig sein

Sind Sie zeitlebens neugierig geblieben oder erinnern Sie an die Zeiten Ihres Lebens, als Neugier einfach dazu gehörte?

Neugierig sein zu dürfen auf das, was die Welt so alles zu bieten hat. Sich wie die Raupe Nimmersatt in einem unbändigen Wissenshunger fühlen, alles erkunden und ausprobieren wollen. Über die bunte Vielfalt des Lebens sich selber mehr und mehr kennenlernen, seinen Alltag lebendig gestalten und ihn dadurch stets bereichern. Leben ist Neues (kennen)lernen. Neues zu lernen ist lebendig sein. Bekommen wir etwa für dieses Neugier-Verhalten bei der Geburt eine „Verwendungsdauer“ mit auf den Weg oder wie kann es sein, dass mit fortschreitendem Alter Sätze wie: „Dafür bin ich zu alt“, „Was soll das noch für mich bringen“ oder auch „Sei nicht (mehr) so neugierig“ gesellschaftlich wertend unterwegs sind. Ein STOPP-Schild für mich – aber wofür brauche ich das?

Von Anfang an auf Entdeckertour

Der Säugling erkundet in seinen ersten Lebensmonaten zunächst systematisch seinen eigenen Körper, bevor er sich mit seinen ihm noch nicht vertrauten motorischen Fähigkeiten im Kleinkindalter auf Entdeckertour begibt. Zur Freude der Eltern wird jetzt im gesamten Umfeld neugierig experimentiert was das Zeug hält – im wahrsten Sinne. Apropos Sinne – Schmecken, Anfassen, Riechen, Beobachten und Hören sind in dieser Phase wichtige Voraussetzungen für seine Informationsgewinnung. Mit Beginn des Sprechens erweitert sich das Repertoire des Kindes, denn nun ist es ihm möglich, seine breitgefächerte Neugier zusätzlich im Frage/Antwort-Modus auszuleben und Wissen zu erwerben. Abgespeicherte Erfahrungsschätze aus bis dahin noch unbekannten Situationen, Reizen, Sachverhalten oder Begebenheiten, die anregend auf weitere Lernprozesse wirken – die Dynamik nimmt ihren Lauf.

Spielerisch-angstfreie Dynamik

In spielerischer angstfreier Atmosphäre bedient das heranwachsende Kind seine Neugier auf sein Leben. Je älter es wird, desto größer wird sein Spektrum der anregend wirkenden Lebenssituationen und es probiert sich mutig aus, um immer mehr Flexibilität im Umgang mit dem Unbekannten zu erlangen, sozusagen „Problemlöser“ seiner Herausforderungen zu werden. Manchmal muss es auch heißen: „Danke Fehler, nur so darf ich dazulernen und weiter geht’s“. Es alleine gemeistert  zu haben, mit eigener Idee und mehr oder weniger Anstrengung, erzeugt stets die Prise Motivation als wichtigster Inhaltsstoff der Neugier – oder auch anders herum – ohne Antreiber (Motivation) keine Neugier. Tief in jedem von uns gibt es sie, diese treibenden Kräfte der Evolution zwecks Weiterentwicklung und Wachstum im Sinne seiner Existenz, vom Anfang bis zum Ende(!) eines Lebens.

Seien Sie die/der neugierige Schüler, Lehrling, Berufstätige, Rentner oder auch Geschwister, Freund, Elternteil, Lebenspartner usw., und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Unbekanntes, das auf Sie anregend wirkt, Emotionen in Ihnen auslöst und Ihr Interesse weckt, statt sich der Bewertung des wahrgenommenen Verlangens in Ihnen zu zuwenden. Vielleicht laden Sie dabei nicht nur sich selber zu interessanten neuen Erfahrungen ein, sondern inspirieren auch andere. Dieses Jahr steht noch ganz am Anfang…haben Sie Lust auf etwas Neues?

Wagen Sie es, werden und bleiben Sie lebendig.

Grübelst Du noch oder „ruminierst“ Du schon?

Grübelst Du noch oder „ruminierst“ Du schon?

Sinnerleben  Entscheidungen brauchen Zeit und Tiefgang – achtsamer Prozess führt zu sinnvollem Handeln.

Was ist eigentlich Grübeln? Ist es etwas, das zu uns gehört oder ist es etwas, das zu einem Symptom reduziert ist? Muss dahinter eine Diagnose stehen?
Fragen über Fragen, zunächst die vorweggenommene Antwort: Beides kann sein.

Nachdenken mit Tiefgang.

Das althochdeutsche Wort Grübeln bezeichnet ein gedankliches „Graben“ in die Tiefe. Ein Nachdenken mit Tiefgang. Ein innerer Vorgang, intensives Denken auf (s)ein Thema bezogen, um zu einer Lösung zu gelangen. Objektiv gesehen ein absolut gesundes selbstreflektierendes Verhalten. Doch was ist daraus gesellschaftlich und wissenschaftlich gemacht? Grübeln ist eher zu einem bewertetem Subjekt geworden, einem „Feind“, den es zu stoppen oder eliminieren heißt. Vielfach wird uns über die Medien suggeriert, dass es sich besser ohne Grübeln leben ließe. Aber, die Medaille hat bekanntlich immer zwei Seiten.

Wir befinden uns in einem Wandel der Zeit, in einem Umbruch der Werte und Normen. Vieles hat sich verändert und verändert sich meist schnell weiter. Allgegenwärtige Themen von Altersarmut über Klimawandel bis Zeitverträge fließen auf uns ein. Viel Eingabe, die es zu sortieren und verarbeiten gilt – und das Ganze bitte möglichst schnell! Sicherlich ist Ihnen die Redewendung: „Alles braucht seine Zeit“ bekannt. Wenn auch die Veränderung, der Umbruch innerhalb dieser Zeitqualität mit wenig von dieser auskommt, so ist doch der Mensch von der Natur als Individuum ausgestattet.

Jeder braucht seine Zeit.

Mit anderen Worten:  JEDER braucht seine Zeit! Zeit zum In-sich-zurückziehen, Zeit, um dem Alltäglichen in Ruhe nachzusinnen. In einem achtsamen und aufmerksamen Denken sein zu können, dem Eigenen Aufmerksamkeit schenken, um in die Stimmigkeit mit sich selber zu gelangen. Selbstredend an dieser Stelle ist, je mehr äußere Einflüsse jedweder Art, desto notwendiger resultiert daraus die eigene Einkehr. Das Bedürfnis wird vielleicht noch mal eben so wahrgenommen, doch dann kommt auch gleich das Nächste und weiter geht’s…

Was bedeutet Rumination?

Schauen wir an dieser Stelle kurz auf die andere Seite der Medaille, auf der die Diagnose Rumination steht, die viel häufiger in der Gastroenterologie als in der Psychopathologie zu finden ist. Ein internationaler Fachbegriff, der aus dem Lateinischen abgleitet das „Wiederkäuen“ beschreibt. Täglich die alten Gedanken wiederkäuen und ohne einen Zielbezug in ein unproduktives Denken zu kommen.

Ein schmaler Grat zwischen Gedankenkarussell und Grübeln.

Vom Nachdenken in sinnvoll fokussiertes Handeln.

Zurück zur Natur. Der Mensch hat eine begrenzte Aufnahmekapazität. Alles was wir über unsere Sinne aufnehmen hat Grenzen, die sowohl mental als auch emotional überschritten werden können. Jeder benötigt seine Zeit und seinen Raum zum Sich-leben-können. Auch mit seinen Gedanken sein zu können. Leise in sich gehen, sich vom Lauten da draußen abwenden um anschließend zielgerichtet ins sinnvoll fokussierte Handeln zu gelangen. Wie soll ich wissen, welche zu treffende Entscheidung gut für mich ist, wenn ich nicht vorher darüber gegrübelt habe? Mal mehr und mal weniger, je nach Anspruch dessen. Jeden Tag müssen wir viele Entscheidungen treffen, im Privaten wie im Beruflichen. Entscheidungen, die manchmal auch weitreichendere Konsequenzen haben und um sie treffen zu können, als Beispiel Klarheit und Mut erfordern. Oder herangetragene Anliegen von nahestehenden Menschen, die neben den Eigenen zusätzlich von Bedeutung sind. Was auch immer es ist… wo oder wie kann ich meine Antwort finden, wenn nicht durch Tiefgang?

Vom Zeithaben und achtsamen Zuwenden.

Oberflächlich ist modern geworden. Zeithaben ist selten geworden. Aufmerksam sein ist fremd geworden. Statt sich in krankmachenden und schnell beantworteten Diagnose-Fragen zu verlieren, ist es manchmal ausreichend, sich dem Eigenen aufmerksam zuzuwenden. Welche Fragen der Zeit auch immer Ihre sind über die Sie intensiv nachdenken um zu einer Lösung zu gelangen, tun Sie es! Und sollte die eine oder andere Antwort oder die Lösung Ihres Anliegens (noch) ausbleiben, gibt es Möglichkeiten diese z. B. über ein Sinn-Coaching, eine psychologische Beratung oder eine psychotherapeutische Begleitung, finden zu können.

Scheitern als Chance für Veränderung

Vorstellungen überprüfen und gemeinsam eine neue Perspektive finden.
Das Empfinden einer Niederlage – scheitern. Kennen Sie das Gefühl versagt zu haben?
Dahinter steht vielfach: „Ich bin nicht gut genug“. Ein kurzer Satz, doch ein Gedanke der
es in sich hat. Die Kunst des Scheiterns und das daraus resultierende Potential lässt sich
in Begleitung lernen.

Schauen wir zunächst auf die Bedeutung und Verwendung des Wortes „scheitern“: Es kommt aus dem 16. Jh. wo es in der Bedeutung des Schiffbruchs benutzt wurde. Ursprünglich steht es für „in Stücke brechen“. Auch das in Stücke zerteilte Holz, der Begriff Holzscheit lässt sich daraus ableiten. Doch was hat das alles mir zu tun?

Scheitern meint das Ziel, nicht die Person.
In der Politik, in der Wissenschaft oder auch in der Wirtschaft wird die Vokabel umgangssprachlich benutzt, wenn ein gewünschtes Ziel nicht erreicht ist. Von gescheiterten Kanzlerkandidaturen, missglückten Experimenten oder erfolglosen Verhandlungen wird gesprochen. Ein Jurist erklärt die Ehe für gescheitert, wenn er das Scheidungsurteil fällt. Das Paar geht auseinander und damit ist der (Ehe)Vertrag (!) gescheitert. Oder, die Bewerbungen von A, B und C auf eine Arbeitsstelle konnten nicht berücksichtigt werden, da das Unternehmen nur durch Bewerber D seinen eigenen Erfolg für möglich hält. Das Ziel des Unternehmers geht mit der Qualifikation des Bewerbers konform, die drei anderen scheiden für ihn somit aus.

In allen genannten Beispielen geht es um die Sache und nicht um die Person selbst. Es geht um die Zielvorstellung oder Zielvorgabe in der Sache. Zeigen sich die Umstände, die Begebenheiten oder was auch immer dafür nicht dienlich, wird das Ziel somit aller Voraussicht nach nicht von Erfolg gekrönt sein und man wird sich trennen oder scheiden.

Wie sieht es hingegen bei der Einzelperson aus? Nehmen wir mal den Sportler, der sich die Goldmedaille auf die Fahne geschrieben hat und noch nicht einmal aufs „Treppchen“ durfte. Das Spiel von Sieg und Niederlage. Ist er oder sie (in Person) nicht gut genug gewesen? Wie ist es bei der Tochter, die unbedingt den Betrieb der Mutter aufrecht erhalten will und zunehmend rote Zahlen erwirtschaftet? Oder der älteste Sohn, der es nicht schafft, seinen Vater beim Hausbau handwerklich zu unterstützen, stattdessen mehr Schaden als alles andere anrichtet? Die Aufzählung ließe sich weit fortsetzen … Ist das Mädchen, der Junge, die Frau, der Mann gescheitert? Ganz sicher nicht in ihrer/seiner Persönlichkeit sondern in ihrem/seinem Vorhaben, bei dem es um ihre/seine Leistung geht. Immer wieder zu scheitern bzw. sich so zu fühlen kann auch der Anfang sein, sich nach dem Sinn seines Lebens zu fragen. Was zeigt mir mein Misserfolg? Woran bin ich gescheitert?

Begleitung auf dem Weg zur Veränderung,
„Schiffbruch“ zu erleiden bedeutet eine Chance. „Schäden“ können eine Einladung zur Veränderung sein. Aus den einzelnen Teilen wieder ein Ganzes zu machen, nur diesmal anders. Die eigene Vorgabe, die eigene Vorstellung zu überprüfen, sie vielleicht sogar aufzulösen, um dann nur die sinngebenden Teile zusammenzufügen. Von seinem „Umtauschrecht“ Gebrauch machen und neugierig zu sein auf das, was das Leben mit einem vor hat. Psychologische Beratungen oder auch die Psychotherapie bieten hierfür eine gute Unterstützung, sich auf einen anderen Weg zu machen – denn der Weg ist bekanntlich das Ziel.